JHK

EPS - Erasmus+ Erklärung zur Hochschulpolitik 2014-2020

Das JHK ist schon aufgrund seiner geographischen Lage im östlichsten Bundesland Österreichs, nahe der Grenze zu Ungarn, und auf Grund seines Auftrags, lebendiges Denkmal für den in Eisenstadt wirkenden Komponisten Joseph Haydn zu sein, sehr international ausgerichtet. Junge Menschen aus Westungarn ziehen sehr oft ein Studium im nahegelegenen Eisenstadt einem Studium in der über 200 km entfernten Hauptstadt Budapest vor. In den Jahren 2006 - 2016 kooperierte das JHK mit der Musik- und Tanzfakultät der Musikhochschule Bratislava. Auf Basis dieses Kooperationsvertrags konnten Studierende des JHK in Eisenstadt studierend zusätzlich ein Bachelorstudium der Musikhochschule Bratislava absolvieren.

 

Die Auswahl der akademischen Partner erfolgt nach qualitativen Kriterien. In der Regel gibt es vor Abschluss eines Erasmus Bilateral Agreement oder eines anderen Kooperationsvertrags beidseitige vorbereitende Besuche des Direktors, der Internationalen Koordinatorin oder eines Lehrenden des JHK. Das JHK, als kleine Institution für höhere Musikausbildung in der kleinen Provinzhauptstadt Eisenstadt, strebt die Zusammenarbeit mit HEI außerhalb der großen internationalen Bildungszentren an. So sind die Erasmus-Partnerinstitutionen auch eher kleinere Institute in den Provinzstädten. Nach mehr als 10 Jahren der Teilnahme an Bildungsprogrammen der Europäischen Union kann festgehalten werden, dass besonders die Gastaufenthalte der Lehrenden des JHK sich nach ihrer Rückkehr in einer Funktion als Multiplikatoren sehr positiv auswirkt.

 

Die Kleinheit der Stadt Eisenstadt und die Verflechtung der kulturellen und pädagogischen Institutionen wirken sich positiv auf die inhaltliche Gestaltung von Praktika aus. Durch die Teilnahme des JHK an der Burgenländischen Hochschulkonferenz können zudem personelle und infrastrukturelle Ressourcen gemeinsam genützt werden, was sich sehr positiv auf die Attraktivität der Studienprogramme auswirkt, ebenso wie das seit Jahren strikt angewendete qualitätsbezogene Personalmanagement mit externer und interner Objektivierung im Zuge der Bestellungsverfahren von Lehrenden.

 

Durch die räumliche und fachliche Nähe zu den professionellen Kulturveranstaltern in Eisenstadt und Umgebung (Burgenländische Haydnfestspiele, Seefestspiele Mörbisch, Opernfestspiele St. Margarethen, Konzerte auf Schloss Esterházy, Burgenländische Kulturzentren) haben die Studierenden künstlerischer Studienrichtungen, ebenso wie die Studierenden der Studienrichtung Musikmanagement, schon während ihres Studiums Zugang und Einblick in die zukünftige Berufswelt. Studierende instrumentaler oder gesanglicher Fächer werden regelmäßig während ihres Praktikums als Assistenten unserer Hauptfachlehrenden eingesetzt.

 

Auf den Gebieten der Erasmus-Aktivitäten ist dem JHK eine europaweite Streuung der Partnerinstitutionen wichtig. In das „Musikland Österreich“ drängen viele junge Menschen, um hier befristet oder auf Dauer eine Musikausbildung zu erlangen. Für die Verantwortlichen des JHK ist es umgekehrt aber wichtig, dass unseren Studierenden andere Interpretationsmöglichkeiten der in Österreich entstandenen Musik von MusikerInnen ferner Länder nicht nur tolerieren, sondern auch als Bereicherung akzeptieren.

 

Das JHK unterstützt und fördert die Mobilität der Lehrenden. So sieht der Dienstgeber, das Land Burgenland, bis zu fünf Wochen Sonderurlaub pro Studienjahr für künstlerische und pädagogische Tätigkeiten der Lehrenden vor, in denen sie sich sowohl fachlich und künstlerisch weiterbilden können, als auch neue Unterrichtsmethoden kennen lernen können, um sie dann am JHK an die Schüler und Studierenden weiter zu geben.

 

Bevor am JHK die Entscheidung über eine Teilnahme an einem internationalen Kooperationsprojekt erfolgt, wird die Sinnhaftigkeit des gegenständlichen Projekts untersucht, ebenso wie die Nachhaltigkeit dieses Projekts sowohl für die Studierenden, die Lehrenden und die Institution als Ganzes. Im Rahmen von gegenseitigen vorbereitenden Besuchen werden die Projekte diskutiert und in der Regel auch gemeinsam inhaltlich festgelegt. Rückblickend kann deshalb auch festgehalten werden, dass die internationalen Projekte, an denen das JHK in den letzten Jahren teilgenommen hat, neben der fachlichen Horizonterweiterung, wichtige Elemente der Internationalisierung und Qualitätsentwicklung waren. Besonderes Augenmerk wird von den Verantwortlichen des JHK auf eine nachhaltige Wirkung der internationalen Programme gelegt. So sind die Abschlusspublikationen der drei Jahre des Erasmus-Intensivprogrammes spannende wissenschaftliche und künstlerische Dokumente der intensiven Arbeit. Eine Würdigung dieser Arbeit erfolgte durch die Nominierung für den Erasmus-Award 2010 durch die Österreichische Nationalagentur Lebenslanges Lernen.

 

Strategie des JHK bei der Teilnahme an EU- und Nicht EU-Projekten war und ist stets das Ziel, nachhaltige Veränderungen am JHK zu erwirken, sowohl im Bereich der professionellen Organisationskultur, im Bereich des persönlichen Umgangs zwischen Lehrenden und Studierenden, als auch zur Erweiterung des Horizonts, sowohl der Lehrenden als auch der Studierenden.

 

Zur Verbesserung des Bildungsniveaus und zur Stärkung der sozialen Dimension der Hochschulbildung unterstützt das JHK die Bestrebungen der Lehrenden und der Mitarbeiter zur Verbesserung ihrer Arbeitsleistungen durch Fortbildung. Zudem bemüht sich das JHK um eine Öffnung der Studienmöglichkeiten von Personen mit Migrationshintergrund und von Personen sowohl aus bildungsfernen Schichten der Bevölkerung, als auch von Menschen, deren Zugang zur Hochkultur eingeengt ist. Durch sehr gute und intensive Kontakte zu den Musikschulwerken, zu den Konzertveranstaltern der Region und zu den Berufsorchestern wird die Berufsbezogenheit und Praxisorientiertheit der Studiengänge ständig evaluiert.