Entstehung und Entwicklung des Joseph Haydn Konservatoriums

1929 Gründung der Musikschule Eisenstadt durch den Männergesangsverein "Haydn" auf Betreiben von Hofrat Hermann Ambros und Dr. Rudolf Haberl. Erster Direktor ist Dipl. Kpm. Wilhelm Rohm, der Unterricht findet statt im Haus Eisenstadt, Hauptstraße 37, heute Hypobank Eisenstadt.

Im Schuljahr 1934/35 übernimmt der "Burgenländische Musikverein" die Musikschule Eisenstadt unter der Bezeichnung „Landesmusikschule“ und führt diese bis zum Schuljahr 1938/39. Im ersten Schuljahr werden 11 Violinschüler, 30 Klavierschüler, 6 Sologesangsschüler unterrichtet, 24 Schüler besuchen das Kindersingen.

Nach Auflösung des "Burgenländischen Musikvereins" wird die Landesmusikschule im Jahr 1939 vom "Nationalsozialistischen Musikschulwerk des Gaues Niederdonau" übernommen, die Leitung wird Rudolf Graf übertragen.

1945 Neueinrichtung der Musikschule Eisenstadt durch Dr. Adalbert Riedl in seiner Funktion als Leiter des neugegründeten Burgenländischen Volksbildungswerks. Die Leitung der Schule hat Maria Langer inne. Der Unterricht findet statt im Gebäude des Burgenländischen Landesmuseums.

1946/47-1955/56 Dr. Konrad Göllner übernimmt die Leitung der Musikschule des Volksbildungswerkes im Jahre 1946. In diesem Jahr besuchen 26 Schüler den Unterricht in Klavier und 6 Schüler den Unterricht in Violine. 16 Schüler besuchen das Kindersingen.

1956 Auf Betreiben des Musikreferenten des Volksbildungswerkes, Prof. Karl Gradwohl, kommt es zu einer Neuordnung des burgenländischen Musikschulwesens. Im Zuge dieser Neuordnung wird die Musikschule Eisenstadt zur Landes- und Volksmusikschule umbenannt und bekommt die zusätzliche Aufgabe, eine über das Ziel der Volksmusikschulen hinausgehende musikalische Bildung zu vermitteln und die Schüler für den Übertritt in die Musikakademie oder in ein Konservatorium vorzubereiten. Zur Heranbildung von Kantoren wird im Einvernehmen mit der Diözese Eisenstadt eine Kirchenmusikabteilung eingerichtet. Der Unterricht findet anfangs statt in den Räumlichkeiten der Volksschule Eisenstadt, später im Hause des Volksbildungswerkes in der Haydngasse 11.

1959 Der langjährige Leiter Dr. Konrad Göllner scheidet aus, die interimistische Leitung wird übernommen von Landesmusikinspektor Prof. Karl Gradwohl.


1960 Zum neuen Leiter der Landes- und Volksmusikschule wird Prof. Mag. Franz Schitzhofer bestellt.

1961 Die Burgenländische Landesregierung fasst unter Landeshauptmann Johann Wagner den Beschluss, für die Landesmusikschule ein zweckentsprechendes Gebäude zu errichten. In der Landtagssitzung vom 24. Oktober 1961 (Landeshauptmann Josef Lentsch) wird beschlossen, einen Fonds zum Bau einer "Joseph-Haydn-Landesmusikschule" einzurichten. Die Stadtgemeinde Eisenstadt (Bürgermeister Hans Tinhof) stellt einen großen Teil des Bauplatzes kostenlos zur Verfügung.

1965 Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes zum Neubau einer "Joseph-Haydn-Landesmusikschule des Landes Burgenland". Der 1. Preis wurde von der Jury den Architekten Gottfried Fickl und Matthias Szauer zuerkannt.

1966 Spatenstich zum Neubau am 16. Juni durch den Landeshauptmann und Kulturreferenten Hans Bögl.

1969 Einrichtung eines hochschulgleichen zweijährigen Lehrganges zur Heranbildung von Musiklehrern (Lehrgang C für musikalische Volks- und Jugendbildner).

 
1970 Fertigstellung des Baues und Inbetriebnahme am 15. Oktober 1970. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf ca. 15 Millionen Schilling.

1971 Die Burgenländische Landesregierung beschließt in ihrer Sitzung am 8. September, die bisher vom Volksbildungswerk für das Burgenland geführte Landes- und Volksmusikschule Eisenstadt mit Wirkung vom 1. September 1971 als Landesanstalt zu übernehmen. Mit Erlass des Bundesministers für Unterricht und Kunst, Leopold Gratz, wird die ehemalige Landes- und Volksmusikschule Eisenstadt zum "Joseph-Haydn-Konservatorium für Musik und darstellende Kunst des Landes Burgenland" erhoben. Die feierliche Eröffnung erfolgt am 27. Oktober 1971 im Rahmen eines Festaktes im Konzertsaal des Konservatoriums durch Herrn Landeshauptmann Theodor Kery und Kulturlandesrat Dr. Fred Sinowatz.

Mit Bescheid des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst vom 28. September 1971 wird das Organisationsstatut samt Lehrplan genehmigt. Das Öffentlichkeitsrecht wird erstmals am 21. Juni 1972 rückwirkend für das Schuljahr 1971/72 verliehen.


1980 Mit dem Beschluß des Landespersonalvertretungsgesetzes durch die Burgenländische Landesregierung am 10. März 1980 und der im Jahre 1981 erfolgten Wahl eines Dienststellenausschusses wird eine wichtige Einrichtung am Joseph-Haydn-Konservatorium geschaffen. Die somit eingerichtete Personalvertretung erweist sich in weiterer Folge als treibende Kraft bei den Bestrebungen, pädagogische Verbesserungen für Schüler und Studierende, sowie dienstrechtliche Verbesserungen für die Lehrkräfte zu erreichen.

1987 Wegen Erkrankung des langjährigen Leiters Dir. Mag. Franz Schitzhofer wird Frau Prof. Gertrude Neuhold mit Beginn des Schuljahres 1987/88 zur provisorischen Leiterin bestellt.

1988 Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport genehmigt am 6. Juli 1988 das neue Organisationsstatut einschließlich der Prüfungsordnung, der Studienordnung, der Schulordnung, sowie der Studien- und Lehrpläne. Durch diese Änderung wird das Joseph-Haydn-Konservatorium organisatorisch und pädagogisch den anderen Konservatorien Österreichs gleichgestellt.

Im September 1988 wird die Schule provisorisch von Mag. Angela Horvath geleitet. Zum neuen Direktor wird Mag. Walter Burian bestellt, der mit 1. Oktober 1988 seinen Dienst antritt.

1989 Mit Bescheid des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Sport vom 15. Februar 1989 wird die Studienrichtung 27 des Kunsthochschul-Studiengesetzes, "Instrumental-(Gesangs-)pädagogik", am Joseph-Haydn-Konservatorium genehmigt. Außerdem werden sämtliche Studiengänge in die staatliche Studienförderung einbezogen.

Die Landesamtsdirektion des Amtes der Burgenländischen Landesregierung erlässt die Geschäftsordnung für das Konservatorium, in der unter anderem auch die Gliederung in Abteilungen geregelt ist.

1990 Am Joseph-Haydn-Konservatorium wird eine Studentenvertretung eingerichtet.

1994 wird die Orgelbaufirma Gollini in Wien mit dem Bau einer Orgel für den Konzertsaal beauftragt. Die Fertigstellung erfolgt 1996.

1998 Das Studienangebot am Joseph Haydn Konservatorium wird ausgeweitet um die Studienrichtungen „Tonsatz und Komposition“ und „Instrumentalpädagogik für Instrumente des Jazz und der Popularmusik“. Landeshauptmann Karl Stix genehmigt die Verwendung des Nebengebäudes, der ehemaligen Verwaltungsschule des Landes Burgenland, für die Verwendung durch das Joseph Haydn Konservatorium.



 
2000 Es beginnt die schrittweise Generalsanierung des Schulgebäudes.

2003 Das Joseph Haydn Konservatorium bekommt von der Europäischen Kommission in Brüssel die „ERASMUS-Hochschulcharta“ verliehen und ist dadurch berechtigt, an den Bildungsprogrammen der Europäischen Union der Tertiären Bildungsebene auf den Gebieten der Studierenden- und Dozentenmobilität teilzunehmen. Im Zuge dieser Bildungsprogramme werden Zusammenarbeitsverträge mit Konservatorien in Italien (Parma, Trapani und Venezia), Spanien (San Sebastian), Portugal (Porto) und Finnland (Lahti) abgeschlossen.

2003 Die Studienpläne am Joseph Haydn Konservatorium werden in Inhalt und Form reformiert und an die Studienpläne der Universitäten für Musik angeglichen. Zudem besteht ab diesem Jahr, zusätzlich zum pädagogischen Studium, die Möglichkeit des Instrumentalstudiums für Instrumente des Jazz und der Popularmusik.

Joseph Haydn Konservatorium des Landes Burgenland

2004
wird am Joseph Haydn Konservatorium das ECTS-Punkte-System eingeführt, welches den Studierenden die Mobilität innerhalb Europas erleichtert.

2004 Das Joseph Haydn Konservatorium wird als erstes österreichisches Konservatorium Mitglied in der AEC, der „Association Européenne des Conservatoires, Académies de Musique et
Musikhochschulen“.

2006 Das Land Burgenland schließt mit der Musik- und Tanzfakultät der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Bratislava einen Vertrag über eine akademische Zusammenarbeit der Musikhochschule Bratislava mit dem Joseph Haydn Konservatorium ab. Dadurch können die Studierenden in Eisenstadt den akademischen Titel "Bachelor" erlangen.

2006 Die BELIG, die Burgenländische Beteiligungs- und LiegenschaftsGmbH, als Eigner der Gebäude des Joseph Haydn Konservatoriums, führt im Auftrag des Landes Burgenland einen Architektenwettbewerb zur Generalsanierung und für einen Zubau des Hauptgebäudes durch. Das Architekturbüro Rudischer & Panzenböck wird mit der Planung
beauftragt.

2007 Beginn der Generalsanierungs- und Zubauarbeiten am Hauptgebäude und Weiterführung des vollen Unterrichtbetriebs trotz Umbau.

Joseph Haydn Konservatorium des Landes Burgenland nach Generalsanierung und Zubau

2008 Am 9. April 2008, nach weniger als einem Jahr Bauzeit, wird das neue Gebäude in einem Festakt durch Landeshauptmann Hans Niessl und Kulturlandesrat Helmut Bieler eröffnet und seiner Bestimmung übergeben.


 
 

  Joseph Haydn Konservatorium des Landes Burgenland, Glorietteallee 2, A-7000 Eisenstadt
  Tel +43 (0) 2682 / 63734, Fax +43 (0) 2682 / 63734-4, E-Mail office@haydnkons.at

  konzeption, design und realisierung: gitc.at


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